An einem Montag im Mai

von Chrissi K.

3 Minuten Wasser und Seife – steriles Handtuch – 90 Sekunden Desinfektionsmittel. Mit spitzen Fingern den grünen Mantel nehmen, weit vom Körper weg halten und auffalten. Vorsichtig reinschlüpfen. Jetzt die sterilen Handschuhe. Nur nicht rechten und linken verwechseln und auf keinen Fall die Außenseite beim Anziehen berühren. In der Ausbildung hundert Mal geübt, danach tausende Male durchgeführt – und dann acht Jahre lang nicht mehr. Spannend, ob ich es noch kann. Ist es wie Fahrrad fahren? Oder eher wie ein Instrument spielen? Das eine verlernt man nie wieder, das andere ohne Übung doch mehr oder weniger…

Nach der langen Odyssee der vergangenen Monate wurde es tatsächlich an einem Montag im Mai wahr: Ich stand wieder am OP-Tisch. Für mich gefühlt das Ziel. Oder mindestens mal ein sehr großer Meilenstein. Ich bin an „meinem“ Platz angekommen. Es ist eine große Freude für mich, an zwei Tagen pro Woche arbeiten zu können! (Und – es ist eher wie Fahrrad fahren. Sobald ich in der „vertrauten“ Umgebung war, waren die wichtigen Sachen sofort präsent.)

Ich musste an einen Vers aus Habakuk denken: „Denn das, was du siehst, wird erst zu einer bestimmten Zeit eintreten. Aber du kannst dich darauf verlassen, dass es eintrifft, auch wenn es eine Weile auf sich warten lässt. Warte geduldig, selbst wenn es noch eine Weile dauert.“ (Hab. 2,3)

Gott ist gut. Trotz langem und schwierigem Umweg können Markus und ich jetzt beide die Funktion erfüllen, für die wir hergekommen sind. Jeden Morgen bitten wir um seinen Beistand, seinen Schutz und seine Weisheit. Und wir wissen genau, dass wir nicht alleine sind!

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