Heiliger Boden

von Markus K.

Klatts vor der Eingangshalle

So kommt es mir immer vor, wenn ich das Hospital besuche. Der Grund: Wer die Geschichte kennt, weiß, dass es hier nicht „ganz mit rechten Dingen“ – nicht ganz logisch – vor sich ging. Kein typisches Projekt mit einer reichen Investment-Gesellschaft, kein Business-Plan, der wirtschaftlich funktionieren könnte, keine Einnahmen aus Abrechnungen mit Krankenversicherungen, keine wirklich zahlungsfähigen Patienten.

Es ist ein Geschenk an die arme Bevölkerung. Menschen, die für gewöhnlich nicht in den Genuss einer unbeschwerten Kindheit, halbwegs funktionierenden Sozialsystemen, Laminatfußboden oder freiem Zugang zu Bildung und Informationen kamen (ein paar Fakten und Zahlen). Ins Leben gerufen durch den Traum von Familie John aus Wiesbaden und unzähligen nicht wegzudenkenden „Fügungen“. Dieses Wort sprudelte kürzlich aus einer Reporterin heraus, der wir noch in Deutschland einen Abriss über unsere Geschichte und die des Hospitals gaben. Es sind Fügungen und viele kleine Wunder, die Menschen beweg(t)en, Geld, medizinische Geräte, Zement, Stahl, eine Menge Ausstattung, Dienstleistungen oder mehrere Jahre ihres Lebens zu geben. Deshalb sind auch wir hier. Deshalb haben wir gemacht, was wir gemacht haben. Und wir freuen uns, ab März an diesem sonder- und wunderbaren Ort arbeiten zu dürfen.

Vor einigen Tagen konnten wir das Krankenhaus gemeinsam besuchen. Chrissi und die Jungs kannten es nur von meinen Schnappschüssen und Erzählungen von Dezember/Januar – daher ein spannender Moment mit ein wenig Gänsehaut.

Oebele (de Haan, Leitung der mechanischen Werkstatt) hat mit uns eine kleine Führung gemacht. Wochenends ist das Hospital nur für Notfälle im Betrieb. Eine gute Möglichkeit, in viele Winkel einen Blick zu werfen und eine Handvoll Fotos für die Heimat zu machen. Chrissi konnte die vier OP-Säle auch schon mal betreten – leider gibt es kein Foto davon, aber sie hat nun schon mal gesehen, wo sie ab März arbeiten wird.

Ein Teil des Erlebnisses in Curahuasi auf 2.700 m Höhe ist sicherlich die rund zweistündige Fahrt über die Panamericana. Es wird zunehmend grüner und zerklüfteter beim Verlassen von Cusco. Gigantische Ausblicke, auch für jemanden (wie mich), der sonst noch nie so viel für Landschaft übrig hatte.

Einige Eindrücke von dem Wochenende in Curahuasi:

Zurück


Bleib informiert! Trag' dich für unseren Newsletter ein. Wir informieren in regelmäßigen Abständen über unsere Ausreise und Arbeit vor Ort.