Klappe, die Zweite

von Markus K.

Filmklappe

„Kamera? – Kamera läuft! – Ton? – Ton läuft!“ Eine Kaffeetasse wird noch schnell abgestellt. Eine Tür leise geschlossen. Alle starren gebannt auf die Hauptdarsteller eines vielversprechenden Streifens.
„Und Action!“
Ob diesmal alles klappt? Verpasst keiner seinen Einsatz? Kommt keiner zu Schaden beim gefährlichen Part?

Wir vier befinden uns mitten in so einem Szenen-Beginn. Die letzten Dinge werden vorbereitet, damit alles laut dem ausgefeilten Drehbuch in den Kasten kommt.
„Take 2“ – der zweite Versuch dieser überaus komplizierten und aufwändigen Szene unseres Lebens. Der Ablauf ist zurechtgelegt und doch gibt es bei diesem Zusammenspiel eine Handvoll Unbekannte. Es wäre schön, nicht noch einmal alles präparieren zu müssen.

Ich verlasse mal diese schick doppeldeutige Beschreibung. Chrissis Zeit der Krankheit ist vorbei. Ihre Reha hat sie gut abgeschlossen. Wir sind dazu übergangen, das Wörtchen „Krebs“ in der Vergangenheit zu verwenden. Dabei können wir nicht sagen, ob wir wieder damit zu tun haben werden und haben den Respekt nicht verloren. Jedoch wollen wir uns nicht aufhalten lassen. Bezogen auf den Durchschnitt der Patienten, die meine Frau kennengelernt hat, müssen wir sogar sagen, es geht ihr gigantisch gut! Danke an alle, die an uns gedacht, uns unterstützt und für uns gebetet haben! Das können wir nicht oft genug wiederholen.

Unsere Schlussfolgerung: Momentan geht es uns gut und wir sehen uns aus zahlreichen Gründen ermutigt, das ausgesetzte Abenteuer wieder aufzunehmen. Unsere Zeit in Deutschland geht dem Ende entgegen. Die Zeit der Verabschiedung. In diesen Tagen stehen in unserem Kalender lauter „Letztes Mal ...“-Termine. Einige sind natürlich auch schön: Letztes Mal Schnee-Schippen. Letztes (und erstes) Mal Heizöl-Tanken. Wir führen wieder viele Listen und verhängen Einkaufsstopps für Lebensmittel und Verbrauchsmaterial ;-). Für viele(s) bleibt leider kaum noch Zeit. So manchen Besuch müssen wir verschieben. Zeitlich – oder räumlich(?)...

Gerade steuert alles auf einen Termin hin. Wer genau hingeschaut hat, dem haben wir ihn schon verraten: Am 10. Januar fliegen wir wieder nach Peru. Erneut muss alles, was uns so lieb ist, in rund acht große und acht kleine Koffer (ausgenommen die Kinder ;-) ) – mehr passt nicht durch‘s Nadelöhr namens „transatlantischer Umzug“. Wir sind glücklich, bereits zu wissen, wo wir die Koffer wieder auspacken. Ab Mitte Januar können wir in ein gut ausgebautes, schickes Haus von Team-Kollegen ziehen, welche ihren Term gerade beenden. Alle Einrichtung und (wesentlich) mehr ist bereits vorhanden, die Übernahme verhandelt. So mancher Traum ist uns schon wieder erfüllt worden, ohne eine einzige Bitte oder Erwartung. Nach Philipper 4,6: „Sorgt euch um nichts.“
Daran arbeiten wir täglich in allen Bereichen.

Wir wünschen euch eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!
Markus & Chrissi


PS: Drei Firmen wollen wir noch namentlich erwähnen, die uns eine besondere Freude gemacht haben:
Babbel hat uns Gutscheine für Online-Spanischkurse geschenkt, die wir schon seit einigen Wochen intensiv nutzen. Dinolingo hat unseren Jungs entsprechende Kids-Sprachkurse geschenkt. Sie haben viel Freude beim Lernen. Leki hat Chrissi faltbare Walkingstöcke gesponsert, die nicht vorn und hinten aus dem Gepäck stehen. Das Walken hat sie während der Reha für sich entdeckt. Danke für die die Großzügigkeit!

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