Schluss. Endlich.

von Markus K.

Emanuel am Steuer
Glückliche Söhne am Steuer unserer Boing 787-8 (Dreamliner) Madrid nach Lima. Für Unmögliches muss man manchmal eben nur höflich fragen...

Wir haben es geschafft. Naja, also den Weg zurück nach Peru. Trotz aller Routine in Ausreise-Angelegenheiten war es wieder spannend und knapp. Unsere Interims-Bleibe in Lichtenstein ist wieder aufgelöst. Immer noch ein Ort, der uns zutiefst ins Staunen gebracht hat. „Tante Dora“, die Pfarrers-Witwe, die wir leider nicht mehr persönlich kennenlernen konnten, ist mit diesem „letzten Coup“ ein Gastgeber der besonderen Art geworden. Mit allerhand heute ja wieder moderner Vintage-Einrichtung, des Pfarrers altem Klavier und Garagentorantrieb, der Mutmach-Postkarten- und Servietten-Sammlung und nicht zuletzt dem großen und ruhigen Garten waren wir das vergangene Jahr rundum versorgt.

Der Abflug-Tag kam dann doch in größeren Schritten daher als gedacht und wir raten jedem Missionar, der kurz nach Weihnachten seine Ausreise plant, entweder das eine oder das andere zu verschieben. Viele Termine konnten wir nicht mehr wahrnehmen. Falls Du einer derer bist, die wir noch treffen wollten: Es war einfach keine Zeit mehr, nimm es nicht persönlich. Jetzt wäre wieder mehr Luft – herzliche Einladung ;-) .

Innerhalb 14 Tagen haben wir unsere grob siebenundsiebzig Sachen in die gleichen Koffer gepackt, aus denen sie kamen, unsere Küche, Betten und das Auto wieder verkauft. Manches ging so „unheimlich schnell“, als wäre da wieder ein roter Faden hineingewoben. Wenigstens eine Geschichte von vielen:
Unser Auto wurde nach unserer ersten Ausreise vor 15 Monaten nicht verkauft. Ich hatte mich kurz zuvor darum bemüht, Freunde hatten es weiter versucht. Viele Interessenten, kein Käufer – über Wochen. Nach Chrissis Krebs-Diagnose kam es uns wie Glück vor, dass wir unser geräumiges LPG-Gefährt noch hatten. Ein Jahr haben wir in einer voll himmlischer Logik strotzender Vorahnung gescherzt, wie es beim nächsten Versuch wohl nur fünf Minuten brauchen würde.

Mit wenig Erfolgshoffnung hatte ich acht Tage vor Abflug die ehrliche und mit allen Macken und Haken ausgeführte Online-Anzeige zusammengestellt. Ein letzter Klick kurz vorm Abendessen und zehn Meter schlurfende Schritte zu meinem Platz am Esstisch. Ich hatte noch keine Butter auf meinem Toast, da klingelte mein Handy. Ich staunte nicht schlecht, als sich ein hochgradig interessierter Käufer meldete, der darauf bestand, gleich am nächsten Morgen kurz bevor ich so richtig wach war, Probefahrt, Kauf und Übergabe durchzuführen. Ich hatte nichts dagegen ;-) . Die fünf Minuten waren getoppt, mein Unmut vollkommen unnötig. 16 Stunden später standen wir ohne Auto da und fragten uns, ob das eine tiefere Aussage für uns hat. Wir wünschen es uns sehr. Die zweite Frage war, wie wir eigentlich unsere Jungs am Abend von der Tante abholen sollten…

Danke an alle Freunde und unsere Familie, die wieder mit angepackt haben, damit wir alle letzten Hürden noch nehmen konnten, letzte Pakete verschickt, Koffer gepackt, Kartons eingelagert, Verpflegung gestellt, die Küche (in unserer Abwesenheit) übergeben werden konnte und und und. Auch Danke an Freunde, die wieder nach unserem Haus und „unserer“ Flüchtlingsfamilie schauen, die darin wohnt, während wir nun hier in Peru angekommen sind und in einigen Wochen unsere Arbeit aufnehmen dürfen.

Völlig in den Hintergrund geraten: Wir sind gut angekommen. Alle Sorgen über durch Schnee annullierte Flüge, unpassierbare Straßen nach München, möglicherweise am Check-In abgelehntes Übergepäck, versagter Einreise mangels undurchsichtiger Visa-Bestimmungen oder gar abstürzende Flieger haben sich wie so oft in Wohlgefallen aufgelöst. Alle Türen gingen mühelos auf, als es nötig war, wir mussten nur hindurchtreten. Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: Von Problemen – oder nennen wir sie Herausforderungen – berichten wir ein anderes Mal.

Um euch einfach ein wenig teilhaben zu lassen an unserer Reise, hier eine Menge Schnappschüsse der letzten 30 Tage:


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